Vagheit - ein Fragezeichen am Rußbach

Ein Denkmal des Erinnerns, des Fragens und des Erkennens

In unserer Gemeinde befanden sich in den Kriegsjahren des 2. Weltkriegs mehrere Lager für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. So auch in der heutigen Bergmühle und im ehemaligen Wäschehaus des kleinen Meierhofs, für jüdische Zwangsarbeiterinnen und ihre Kinder, welche aus der ungarischen Batschka nach Ulrichskirchen verschleppt wurden. Hier litten sie bis zu Kriegsende unterunmenschlichen Lebensbedingungen, an Hunger und Zwangsarbeit, z.B. bei der Rußbachregulierung. Persönliche (das eigene Leben gefährdende) Hilfeleistungen von engagierten Frauen aus der Bevölkerung machten ihnen das Überleben leichter. Jene Ereignisse blieben nach dem Krieg für lange Zeit verborgen. Das Denkmal soll an diese Opfer und auch an die vielen anderen Opfer dieser schrecklichen Zeit erinnern und unseren Blick für menschenverachtende Ideologien schärfen.

Die Skulptur„ Vagheit“ von Wilfried Svoboda ist Denkmal, Mahnmal und Kunstwerk zugleich.

·        Sie ist Gedenkstein: Ihre Form erinnert an die gebückten Leiber der Zwangsarbeiterinnen beim Aushub des Rußbachs – ein Symbol gegen das Vergessen.

·        Sie ist Mahnmal: In der Geste eines Fragezeichens fordert sie dazu auf, die Vergangenheit zu hinterfragen und der Gegenwart mit wachem Blick zu begegnen.

·        Sie ist künstlerisches Standbild: Sie macht auf die Bedeutung von Perspektiven aufmerksam. Nur durch einen Wechsel der eigenen Sichtweise wirddas Nicht-Sichtbare sichtbar. Und sie fordert auch die betrachtenden Menschen zu eigenen Interpretationen heraus.

Das Werk trägt den Titel „Vagheit“. Es verweist auf die Vielschichtigkeit unserer Erinnerungskultur und stellt sich gegen einfache Wahrheiten.

Künstlerische und philosophische Entwicklung: Wilfried Swoboda                                                                          

Technische Umsetzung: Fa. Metall Zeit 

Errichtet von der Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach-Kronberg, mit Unterstützung durch das Land Niederösterreich.

IM GEDENKEN. IM FRAGEN. IM HINSEHEN. 

IN REMEMBRANCE. IN QUESTIONING. IN SEEING.

Weiterführende Informationen:

Blank, B. (2022): Das Judenlager in der Bergmühle als Teilder nationalsozialistischen Lagerlandschaft um Ulrichskirchen – Teil 1, Heimat im Weinland. Heimatkundliches Beiblatt zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach, Ausgabe 1 (Jänner 2022); Teil 2, Heimat im Weinland. Heimatkundliches Beiblatt zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach, Ausgabe 2 (März 2022). Diese Texte sind hier zu finden.

Bundesdenkmalamt (2022). Katalog der NS-Opferlager in Österreich (Seite 49):   

https://www.bda.gv.at/dam/jcr:f9cf741d-120d-493b-9693-e3e5043f1b99/Katalog%20NS-Opferorte_Stand%20J%C3%A4nner%202022_BF.pdf

Zeitzeugen Geschichte: The Story of Peter Rosenfeld Span: “Mother told us not to run” 

Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=tOMjbY_Zv-c

Rosenfeld Span, P. (2012): LOL  After 67 Years, A Memoir


Ulrichskirchner Frauen bewährten sich in schwerster Zeit

Judenlager Artikel Teil 1.pdf herunterladen (0.28 MB)

Judenlager Artikel Fortsetzung.pdf herunterladen (0.19 MB)